05.11.2020

Der Schweizerische Turnverband hat entschieden, aufgrund der Gesundheitsrisiken für die Athletinnen und Athleten, auf einen Start an den Europameisterschaften in Mersin (TUR) zu verzichten.

Gleichzeitig sind die Schweizer Meisterschaften Kunstturnen in Schaffhausen aufgrund der verschärften Vorschriften des Bundes auch abgesagt worden.

Seit einem Jahr keine Wettkämpfe, dass ist eine sehr schwierige und belastende Zeit. Nur zu trainieren ohne die Uebungen einem Publikum zu zeigen, ohne sich mit der Welt- oder Europaelite messen zu können, ist manchmal unglaublich schwer zu ertragen.

Trotzdem müssen wir jetzt alle vernünftig handeln, die Schutzkonzepte einhalten und positiv in die Zukunft schauen.

Bleibt gesund und positiv, dann schaffen wir auch diese Hürde.

Bild: Quelle STV

04.10.2020

Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf nächstes Jahr 2021, hatte ich grosse Zweifel, ob ich meinen Körper noch weiterhin den Belastungen des intensiven Trainings aussetzen möchte. Sobald wir aber nach der Covid-19 Pause das Training wieder intensivert hatten, war klar, dass ich meine Karriere bis mindestens nächsten Sommer fortsetzen werde. Mit einem Rücktritt konnte ich mich noch nicht abfinden. Deswegen bleibt mein Ziel Tokio 2021. Meine Trainings liefen besser als erwartet und ich hatte meine Elemente schnell wieder im Griff. Ich freue mich auf die kommenden Herausforderungen und werde mein Bestes geben.

Foto: Quelle STV

10.05.2020

Zeit für sich selber – Zeit für die Familie – Zeit zum Nachdenken

Zeit zum Runterfahren – Zeit für Zukunftsgedanken

 

Soviel Zeit hatte ich seit 12 Jahren nicht mehr. 8 Wochen konnte ich mich bei meiner Familie in Gossau aufhalten und ein Zusammenleben wahrnehmen, dass ich seit sehr sehr langer Zeit in diesem Ausmass nicht mehr kannte. Es war speziell unter der Woche aufzuwachen und jemanden aus der Familie beim Frühstück zu treffen (aufgrund der Kurzarbeit war meist einer meiner Elternteile zuhause). Zusammen Kochen und Auge in Auge Gespräche führen, welche sonst meist übers Telefon liefen, da die gemeinsame Zeit am Wochenende oftmals verbucht war, Spiele spielen oder gemeinsam trainieren. Ich habe gepuzzelt, gezeichnet, Sudoku gespielt, Gartenarbeiten verrichtet, Wände gestrichen, meine Zukunftspläne etwas genauer unter die Lupe genommen.

Mit meinem Vater unternahm ich Bike Touren, meine Mam machte mit mir meine täglichen Workouts, was oftmals in lautem Gelächter endete, wenn sie die Übungen einfach nicht hinkriegte. 1 Stunde hielt sie aber immer mit, den Rest machte ich dann für mich alleine 😉

Wir unternahmen auch Wanderungen in der Umgebung rund um meine Heimatstadt Gossau.

Es war toll, so eine Trainingsunterstützung zu haben. Vielen Dank!

Diese spezielle Zeit wird sich für immer einprägen, auch da ich mir sehr viele Gedanken zur Weltentwicklung, unserem Weltbild und unserer Gesundheit mache.

Ab Montag, 11. Mai beginnt unser Trainingsalltag in Magglingen. Natürlich trainieren auch wir sehr eingeschränkt nach den Vorschriften des Schutzgesetzes vom Bund.

Für mich persönlich heisst dies herauszufinden, ob ich wirklich nochmals zurück in diesen strukturierten Alltag will? Ob mir diese Art von Leben als Profisportlerin nochmals die volle Zufriedenheit bringt? An der Motivation liegt es nicht, aber macht mein Körper das ganze Aufbautraining nochmals mit? Um an der Weltspitze mithalten zu können, muss mein Körper und mein Geist im Einklang sein. Neue Elemente müssen in die Übungen eingebaut werden, und alle Präsentationen bis ins letzte Detail stimmen, und nur dann kann ich wieder um Medaillen mitkämpfen. Ob dies gelingt werden wir sehen.

Ich wünsche Euch allen gute Gesundheit, hört auf euren Geist und euren Körper, lasst die Sonne in euer Gemüt und seid glücklich.

 

Eure Giulia

 

16.04.2020

Qualifiziert!

Auch im Jahr 2004 hiess es nach der Nachwuchskaderprüfung: Qualifiziert für das Schweizerische Nachwuchskader. Was war ich froh bereits zum 3x diese Herausforderung überstanden zu haben (2002/2003)

In der Zeitung stand dann folgendes:

„Am 1. Dezember 2004 fand in Utzenstorf BE die Aufnahmeprüfung der Kunstturnerinnen ins Schweizerische Nachwuchskader statt.

Das TZ Fürstenland war mit sechs Turnerinnen der Jahrgänge 92-94 vertreten. Die Mädchen hatten den ganzen Tag ihr Können in Technik, Kraft und Beweglichkeit den anwesenden Trainern des Schweizerischen Turnverbandes unter Beweis zu stellen. Der Cheftrainer des Nachwuchskaders, Amodio de Respinis, war sehr angetan vom hohen Leistungsniveau der Sportlerinnen. Unsere Mädchen des TZ Fürstenland wuchsen schlichtweg über sich hinaus und erreichten hervorragende Resultate. Aurelia Steinemann, Stefanie Rechsteiner, Jennifer Rutz, Alana Beck, Noemi Grau und Giulia Steingruber sind ab sofort ins Schweizerische Nachwuchskader aufgenommen. Sie alle haben sich bereits am kommenden Wochenende zur ersten Bewährungsprobe in Magglingen einzufinden. Der Vorstand und sein Umfeld sind stolz auf seine Turnerinnen und auch auf die erfolgreiche Arbeit seiner Trainerin Marianne Steinemann mit ihrer Crew.“

Ja und dann kam es mein erstes Trainingslager in Magglingen. Da hatte ich sicher noch nicht im Hinterkopf, dass dies in naher Zukunft mein zweites Zuhause sein wird.

Eure Giulia

07.10.2019

Mein erster internationaler Titelkampf seit 2017 in Montreal

Der Mehrkampf ist mir bis auf einen Fehler am Barren sehr gut gelungen. Mit 53.732 habe ich mich für das Mehrkampffinale und gleichzeitig für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. Die Freude, dieses Ziel erreicht zu haben, ist riesig. Was mich ein wenig nervt ist, dass ich den Jurtschenko mit Doppelschraube beim Wettkampf unsauber gesprungen bin. Somit habe ich die Qualifikation für das Sprungfinale um 1/10 Punkt verpasst. Nun freue ich mich auf das Mehrkampfinale am Donnerstag, 10. Oktober 2019 und werden nochmals mein Bestes geben.

Gruss Eure Giulia

Foto: STV/Jasmin Schneebeli-Wochner

06.09.2019

14 Monate nach meinem Kreuzbandriss im linken Knie starte ich am Wochenende an den Schweizermeisterschaften Kunstturnen in Romont. Die Freude ist riesig, aber ich habe auch grossen Respekt vor dem Wettkampf. Das Adrenalin hat mir gefehlt, auch das Gefühl des Wettkampfs. Ich habe das Turnen vermisst. Es ist und bleibt meine Leidenschaft, und so lange das so ist, mache ich weiter. Zuerst gilt für mich, sich wieder an den Wettkampfmodus zu gewöhnen. Mein Ziel ist es, möglichst fehlerfrei zu turnen.

Liebe Grüsse Eure Giulia

20.08.2019

Bereits mehr als ein Jahr ist vergangen seit dem Kreuzbandriss am linken Knie.  Ich werde am Wochenende des 7./8. September in Romont die Schweizer Meisterschaften bestreiten. Der Formaufbau stimmt mich zuversichtlich und die Vorfreude ist riesig.

Zunächst stehen Ende der kommenden Woche interne Qualifikationswettkämpfe an. Dann folgen die Schweizer Meisterschaften mit einer ersten Standortbestimmung. Ich werde sicher noch nicht den höchsten Schwierigkeitsgrad meiner Übungen wählen. Das grosse Ziel dieses Jahr bleiben die Weltmeisterschaften anfangs Oktober in Stuttgart. Dort wird sich zeigen, wie mein Körper im Wettkampfmodus reagiert. Drückt mir die Daumen.

Liebe Grüsse

Giulia

21.06.2019

Emotionale Begegnung mit Sarah van Berkel.

Der einstigen Eiskunstläuferin und heutigen SI-Sportredaktorin Sarah van Berkel öffnet Kunstturnerin Giulia beim Gespräch in Magglingen eine Stunde lang ihr Herz. Lest selber in der SI Sport – Salto glückwärts 

Vielen Dank für das tolle Gespräch und die super Fotos!

Text: Sarah van Berkel Fotos: Christoph Köstlin

05.05.2019

Die Zeit im EP (Einführungsprogramm) und den ersten Wettkämpfen mit kleinen Niederlagen und grossen Siegen ging schnell vorbei. Kunstturnen machte mir Spass, das Training war super toll und es war mir egal am Mittwochnachmittag nicht an Geburtstagsparties gehen zu können. Mein Bewegungsdrang in der Turnhalle ausleben zu dürfen stand im Vordergrund.

2003 wurde ich eine Stufe höher im Programm 1 eingeteilt. Neue Schwierigkeiten einstudieren, Trainingseinheiten erhöhen und ein neues Vereinsdress mit Glitzersteinchen (juhui endlich Glitzersternchen auf dem Dress). Mit verschiedenen Wettkämpfen über die Frühlingszeit erreichte ich als zweitbeste Turnerin im P1 (hinter Rahel Masaeli / ZH) die Qualifikation für die Schweizer Juniorinnen Meisterschaft in Chiasso TI.

Wir reisten mit einer grossen Fangemeinde am 07./08. Juni 2003 nach Chiasso. Ich turnte einen sehr guten Wettkampf, aber Rahel lag nach drei Geräten wieder knapp vor mir. Der Zitterbalken entschied dann unseren Wettkampf zu meinen Gunsten. Rahel fiel bei der halben Pirouette vom Gerät und somit durfte ich meinen ersten Schweizermeister-Juniorinnen Titel P1 feiern. Ariana Zill, Livia Hofstetter und ich waren dann auch noch die glücklichen Mannschaftssieger im Programm 1.

Das war schon cool, Juniorinnen Schweizer Meisterin im Programm 1! So kann es doch weitergehen, oder?!

09.02.2019

Trainingslager Mallorca

Wie jedes Jahr, gehen wir im Februar in ein Trainingslager. Dieses Jahr dürfen wir uns in Palma de Mallorca auf die bevorstehende Wettkampfsaison vorbereiten. Ich freue mich, dass ich wieder mit dem Team zusammen in der Halle trainieren kann. Es macht zusammen einfach mehr Spass und es ist viel abwechslungsreicher. Natürlich hoffen wir auch auf ein paar Sonnenstrahlen um den üblichen Vitamin D Mangel einschränken zu können.

Fortschritte im Aufbau

Wenn alles planmässig verläuft, werde ich meine ersten Wettkämpfe im Herbst 2019 bestreiten. Mein Schwerpunkt in diesem Trainingslager – Step by Step – weiter an meiner geplanten Rückkehr zu trainieren, vertrauen in mein verletztes Knie finden. Ich werde auch weiter im Mentalen an mir arbeiten damit ich die Ängste (ja die sind vorhanden, vor allem am Boden bei den Landungen) vertreiben kann. Der Muskelaufbau ist bereits wieder bei 100%. Nun gilt es die Rotationen einzuüben, Landungen vorzubereiten und ein sicheres Gefühl zu bekommen. Der Verlauf meiner Reha ist bis jetzt super vorangegangen. An dieser Stelle vielen Dank meinem Arzt, an das ganze Physio- und Trainerteam für die spannende und tolle Zusammenarbeit..

30.01.2019

Immer wieder werde ich gefragt “ Giulia wie bist Du eigentlich zum Kunstturnen gekommen?“

Meine Eltern waren, sind es natürlich immer noch, sehr sportlich. Aus diesem Grund war es für sie sehr wichtig auch für mich einen sportlichen Ausgleich zum Alltag zu finden. Wir haben verschiedene Sachen wie Fussball und Handball ausprobiert und landeten schliesslich beim Geräteturnen. Doch eines Tages beobachtete ich eine Kollegin aus der Nachbarschaft wie sie im Garten verschiedene Kunststücke turnte, welche noch schwieriger waren als jene die ich vom Geräteturnen her kannte. “ Das will ich auch können“ sagte ich zu meinen Eltern. Darauf hin meldeten wir uns bei Marianne Steinemann, der Trainerin vom TZ Fürstenland Frauen. Frau Steinemann schien nicht gerade begeistert mich bei ihrer Truppe unter zu bringen,  schliesslich war ich schon sieben Jahre alt.  Da ich aber bereits ein wenig Erfahrung im Geräteturnen hatte, durfte ich bei den Kunstturnerinnen einen ganzen Mittwoch Nachmittag mittrainieren. Wie es schien habe ich mich nicht allzu doof angestellt, denn Frau Steinemann nahm mich in ihr Kader auf. Ein halbes Jahr später turnte ich bereits erfolgreich meine ersten Wettkämpfe im Einführungsprogramm.

Fortsetzung folgt……….

Eure Giulia

 

25.09.2018

Gut zwei Monate nach meiner Operation am linken Knie arbeite ich zur Zeit vor allem am Kraftaufbau. In der Physiotherapie geht es darum die Stabilität zurückzugewinnen und in der Trainingshalle werden abwechslungsweise der Rumpf,  die Arme und Schultern trainiert. Es läuft wirklich sehr gut in der Rehabilitation, und das stimmt mich zuversichtlich. Ich hoffe, dass der Arzt mir in zwei Wochen grünes Licht gibt, damit ich am Barren und Balken mit dem Basistraining beginnen kann. Schliesslich habe ich ein Ziel – im Sommer 2019 wieder Wettkämpfe zu turnen und an der Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart mit dem Team am Start zu sein. Es ist jedoch noch ein steiniger und langer Weg der viel Geduld benötigt. Aber ich stelle mich gerne dieser Herausforderung…

Gruss eure Giulia